Rücknahmepreis am 18.06.2013

79,57 Euro


Kommentar des Fondsmanagers

1. August 2010 bis 31. Januar 2011

Im Folgenden geben wir einen Überblick über die Entwicklung an den Kapitalmärkten sowie eine Darstellung der Anlagepolitik des Fondsmanagements.

Kennzahlen

Der HI Fortmann Strategie Portfolio I konnte im Berichtszeitraum einen Wertzuwachs (nach BVI Methode, vor Steuer) von 2,63 % erzielen. Seit Auflage am 01.08.2008 konnte der HI Fortmann Strategie Portfolio I um 6,47 % zulegen.  Die Volatilität (Maß für das Risiko) für das Sondervermögen lag im Berichtszeitraum bei nur 2,73 %, der EURO Stoxx50 hatte im gleichen Zeitraum eine Volatilität von 24,29 % und war damit deutlich schwankungsanfälliger.

Aktienmarkt

Die Weltwirtschaft verzeichnete 2010 einen kräftigen Aufschwung. War die Weltwirtschaft 2009 noch um 0,6 % geschrumpft, so betrug 2010 das Wachstum knapp 4,8 %. Die Konjunkturerholung war jedoch von erheblichen Turbulenzen an den Finanzmärkten begeleitet. Insbesondere die Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone weckte die Ängste vor einem Staatsbankrott und vor einer Gefährdung des Euro. Nur durch die umfangreiche Flutung der Finanzmärkte mit frischer Liquidität durch die Zentralbanken (Käufe von Staatsanleihen, QE2), konnten die Gemüter der Investoren beruhigt werden.

Mit einem Zuwachs von knapp 16 % auf 6.914 Punkte in 2010 hat der DAX die Prognosen der meisten Experten deutlich übertroffen. Nach der Erholungsrally 2009 hatten sich die Analysten zahlreicher Banken Ende 2009 nur verhalten optimistisch zum weiteren Verlauf geäußert.

Doch dank der starken Nachfrage gerade aus den Schwellenländern und dem zur Schwäche neigendem Euro-Kurs kam es anders. Die exportorientierte deutsche Industrie profitierte überproportional vom globalen Aufschwung. Im europäischen Vergleich konnte der DAX sich deutlich besser entwickeln. Der europäische Gesamtindex EURO Stoxx 50 verlor sogar ca. 7 % auf Jahressicht.

Stärkste Branche im DAX 2010 waren die Autowerte, die nicht nur von der wirtschaftlichen Erholung, sondern auch von einer unerwartet starken Nachfrage aus den Schwellenländern profitierten. Neben den Autowerten konnten vor allem die Chemiewerte (BASF, Linde), Industriegüter (Siemens) und Technologiewerte (Infineon) stark zulegen.

Am Ende der Liste finden sich dagegen die Versorger und Banken. Mit Verlusten von ca. 20 % waren E.ON und RWE die stärksten Verlierer und das trotz hoher Dividendenrenditen. Die Diskussionen über Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke, zusätzliche Abgaben und hoher Investitionsbedarf in neue Stromnetze waren Gründe für die Zurückhaltung der Anleger.

In den ersten Handelstagen 2011 konnte der Sektor sich eindrucksvoll zurückmelden. Mit teilweise über 10 % konnten die Versorger klar den DAX anführen. Auch Bankenwerte (Commerzbank, Deutsche Bank) und Titel der Telekommunikation (Deutsche Telekom) waren gesucht.

Über den Zeitraum der letzten 6 Monate hat das Sondervermögen durch eine erhöhte Investitionsquote in Aktien (die wir seit unserem letzten Bericht kontinuierlich erhöht haben) profitieren können. Zu den Kerninvestments gehören vor allem substanzstarke und dividendenstarke Unternehmen. Wir haben den Fokus auf deutsche Aktien gelegt und den deutschen Markt (DAX, MDAX) dem europäischen Markt (Stoxx50) vorgezogen. Die tendenziell defensive Haltung mit starkem Fokus auf qualitativ höherwertige Unternehmen und Märkte wurde beibehalten. Ziel unserer Anlagepolitik ist es, eine stetige und positive Rendite unter Vermeiden von marktüblichen Schwankungen zu erzielen.

Die im Frühjahr 2010 aufgenommen Investitionen in aufstrebende Volkswirtschaften (Brasilien, China) und  unser Investment in den USA konnten sich zum Berichtstag mit Wertentwicklungen zwischen 6,9 % bis 12,7 % erfolgreich präsentieren. 93 % unserer Mittel sind investiert. Gewinne in zyklischen Werten (BMW, Metro, K+S, Pfeiffer Vacuum, H&R Wasag) realisierten wir noch vor Jahresfrist und stockten in den Bereichen Versorger (E.ON, RWE) und bei den Banken (Commerzbank) auf.

Uns preisgünstige erscheinende Aktien wie Bijou Brigitte, Krones, Merck, Kontron, SAP und Beiersdorf standen zum Jahresende ebenso auf dem Kaufzettel wie eine weitere Aufstockung unserer US Investments.

Ausblick

Wir bleiben vorerst positiv gestimmt für die weitere Aktienmarktentwicklung. Abgesehen von möglichen technischen bedingten Korrekturen bleiben Aktieninvestments interessant. Deutsche Aktien sind mit einem KGV von etwa 11 und einer durchschnittlichen Dividendenrendite von über 3 % nach wie vor unterbewertet. Lediglich bei einzelnen Branchen sehen wir einen Favoritenwechsel. Finanztitel dürften von einer weiteren Zinserhöhung am langen Ende profitieren, Versorger und Telekommunikationstitel  werden mit ihren hohen Dividendenrenditen zumindest im ersten Halbjahr Anleger anlocken können.

Bei einer zu erwartenden politischen Stabilisierung der Euro-Länder-Defizitfrage könnte der EuroStoxx50 sein Schattendasein beenden und sich überdurchschnittlich entwickeln. Aufgrund der Währungsentwicklung, der niedrigen Zinsen und der kaum vorhandenen Inflation kann auch Japan wieder ein interessantes Investment in 2011 werden.

Zins- und Kreditmärkte

In den letzten 6 Monaten erhöhten sich die Renditen deutscher Staatsanleihen bei allen Laufzeiten. Für den Rentenmarkt bedeutete dies der Beginn einer länger andauernden Schwächephase. Anleihen aus den PIGS Staaten konnten sich im Verlauf des letzten Jahres nur leicht erholen. Hier ist die Unsicherheit über mögliche Folgen der Staatsschuldenkrise latent zu beobachten gewesen. Das Sondervermögen ist zum 31.1.2011 nicht in Anleihen o.g. Länder investiert. Die Gefahr durch steigende Zinsen, Inflationssorgen und Währungsängste haben wir durch geeignete Investments vorsorglich reduziert (Zinsen short Europa, Absolute Return Produkte, Fremdwährungen in USD und NOK, EUREX Absicherungen)

Ausblick

Wir rechnen weiter mit einem stabilen Niedrigzinsumfeld. Der Kampf der großen Volkswirtschaften gegen eine hohe Staatsverschuldung dürfte auch in 2011 anhalten. Um eine Reduktion der Staatsverschuldung nachhaltig zu fördern, muss die Zinslast für die Staaten gering bleiben. Die großen Zentralbanken werden unserer Einschätzung nach den Leitzins auf absehbare Zeit niedrig halten und im Rahmen ihrer unkonventionellen Geldpolitik auch für ein niedriges Zinsniveau bei langlaufenden Anleihen sorgen.

Ein Inflationsanstieg, bedingt durch die Verteuerung der Rohstoffe (Agrar, Industriemetalle, Energie) in einem Niedrigzinsumfeld wird einen negativen realen Ertrag bei Anlagen in Geldmarkt- und Rentenpapieren zur Folge haben. Dies bietet zusätzlich eine günstige Möglichkeit der Entschuldung für die großen Volkswirtschaften.

Vor dem Hintergrund moderat steigender Zinsen am langen Ende, werden wir weiter die Duration (Laufzeiten) sehr niedrig halten. Mit einer gewichteten Einstandsrendite von ca. 6 % und einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 1 Jahr und 8 Monaten sind wir hervorragend im Rentenbereich aufgestellt. Das Rentenportfolio ist zusätzlich flankiert mit Absicherungsstrategien, die auf steigende Zinsen positiv reagieren. 

Rohstoffe

Unsere Investitionen in Gold und Silber bauten wir sukzessive ab und haben den Bestand im Januar 2011 vorerst auf „0“ zurückgefahren. Insgesamt konnten wir mit den Edelmetallen hohe Gewinne für das Sondervermögen erwirtschaften.  Den Anteil am Öl der Sorte Brent stockten wir dagegen auf über 2% des Sondervermögens auf.

Ausblick

Das globale Wachstum sollte auch weiterhin für anziehende Preise im Rohstoffbereich sorgen. Bei starkem Euro bleibt der Anstieg akzeptabel. Langfristig werden Gold und Silber wieder interessant, jedoch muss man sich auf Korrekturen nach der Edelmetallhausse 2010 einstellen. Sofern der Euro sich politisch nachhaltig stabilisieren kann und die Kapitalmärkte interessante Risikoprämien aufzeigen, kann Gold kurzfristig unter Druck geraten. Agrarrohstoffe und Industriemetalle bleiben aufgrund stärkerer Nachfrage (Lagerbestände reduzieren sich, Klimakatastrophen) teuer.

Währungen

Die US-amerikanische Zentralbank betreibt momentan unter allen Zentralbanken die stärkste Expansion der Geldmenge. Eine erfolgreiche Inflationierung der US-Wirtschaft verringert die reale Schuldenlast und erleichtert damit die Reduzierung der Ungleichgewichte in der Handelsbilanz. Die daraus resultierende Geldentwertung dürfte eine Schwächung des US-Dollar zur Folge haben und damit mittelfristig zur Verbesserung des Handelsbilanzdefizits beitragen.

Die Entwicklung des Euro hängt eng mit der weiteren Politik der EZB ab. Wäre die EZB gezwungen, auf eine weitere Verschärfung der Euro-Krise mit einem umfangreichen Kaufprogramm von Staatsanleihen zu reagieren, würde dem Euro eine deutliche Abwertung drohen. Sollte sich die politische Lage eher stabilisieren, dürfte der Euro in 2011 fester notieren.

Immobilien

Das Sondervermögen ist nicht in Immobilien investiert.

Mit Verweis auf die Vermögensaufstellung zum 31.01.2011 hat sich die Struktur des Portfolios im Vergleich zum 31.07.2010 wie folgt geändert.

  • Aktien Europa: 30,77 % (-15,33 %)
  • Aktien International ex. Euroraum: 8,30 % (-18,95 %)
  • Renten Euro: 40,94 % (+17,51 %)
  • Renten International: 4,38 % (-14,79 %)
  • Rohstoffe: 2,25 % (-58,94 %)
  • Alternative Investments: 5,52 % (+82,18 %)
  • Optionen: 0,07 %
  • Liquidität: 7,77% (+56,97 %)

Die Wertentwicklung nach BVI-Methode lag im Berichtszeitraum bei +2,63 %.

Risikobericht

Einschätzung der wesentlichen Risiken im Berichtszeitraum. Grundsätzlich wird zur Messung von Marktrisiken die VaR Methode verwendet.

Adressenausfallrisiken:

Das Sondervermögen hat vorwiegend in Schuldverschreibungen von Emittenten guter und sehr guter Bonität bzw. Emittenten mit einem gutem CDS Satz investiert. Außerdem sind überwiegend erstrangige Schuldverschreibungen für das Sondervermögen aufgenommen worden. Der Anteil an Schuldverschreibungen mit Nachrangabrede beträgt 0,45 % des Fondsvolumens.

Der Anteil von Sondervermögen (ETF, anderen Sondervermögen) beträgt zum Stichtag 24,97 %.

Zinsänderungsrisiken:

Die durchschnittlich gewichtete Restlaufzeit der Zinspapiere beträgt 1 Jahr und 8 Monate. Dadurch ist das Risiko durch Zinsänderungen erheblich reduziert. Zusätzlich sind durch Zinsderivate mögliche Zinsänderungen teilweise abgesichert.

Währungsrisiken:

Das Sondervermögen ist überwiegend in EUR investiert (95,1 %). Währungsanlagen in USD machen zum Stichtag ca.3,4 % des Fondsvolumens aus. Weitere Währungsanlagen zum Stichtag: NOK mit ca. 0,5 % des Fondsvolumens.

Währungsrisiken sind somit als gering zu bewerten.

Sonstige Marktpreisrisiken:

Basisrisiken als auch Spreadrisiken (u.a. Caps, Floors, Swaptions,CMS Anleihen) sind als gering zu bewerten.

Operationelle Risiken:

Im Berichtszeitraum sind operationelle Risiken als sehr gering zu bewerten.

Liquiditätsrisiken:

Alle im Sondervermögen investierten Anlagegegenstände sind fungibel und börsentäglich handelbar. Die durchschnittliche Liquidität (Bankguthaben) betrug im Berichtszeitraum zwischen 7,4 %. Liquiditätsrisiken sind als gering zu bewerten. Die Liquidity Ratio lag bei durchschnittlich 81 %.

Quellen des Veräußerungsergebnisses von ca. T€ 557,9.

Veräußerungsergebnisse von T€ 557,9 verteilen sich im Laufe des Geschäftsjahres auf folgende Quellen:

  • Gewinne aus festverzinslichen Wertpapieren und den Renten zugeordneten Gattungen: -T€ 12,9
  • Gewinne aus Aktienanlagen und Investmentfonds: T€ 770,3
  • Gewinne aus Sonstigen (Devisentermingeschäfte, EUREX): -T€ 199,5

Sonstige wesentliche Ereignisse – Fehlanzeige –

Heiko Droste
Bankhaus W. Fortmann & Söhne KG


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